Filme: Olivier Assayas „Carlos“ – Der Terrorismus der 1970er Jahre im Kino

Thomas Riegler

Abstract


2010 sorgte der französische Regisseur Olivier Assayas mit seinem Film Carlos in Cannes für Aufmerksamkeit. Dabei handelt es sich um eine detaillierte Biografie eines der bekanntesten Terroristen der 1970er Jahre: Illich Ramirez Sanchez, besser bekannt unter dem Kampfnamen „Carlos“. Obgleich Assayas darauf Wert legt, dass der Film Fiktion sei, ist ihm eine außergewöhnlich dichte Beschreibung von Carlos terroristischer Karriere gelungen. Der Film hat eine neue Perspektive auf den „alten Terrorismus“ im Kontext des Kalten Krieges eröffnet und ist damit gerade für die zeitgeschichtliche Forschung interessant. Zusammenfassend geht es in diesem Beitrag darum, anhand von Carlos, den „neuen Blick“ des zeitgenössischen Kinos auf den „alten Terrorismus“ der 1970er Jahre zu analysieren – in Bezug auf die zentralen Aussagen, die Faktentreue, die Querverbindungen zur Populärkultur und den Vergleich mit ähnlichen Arbeiten der vergangenen Jahre. 



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